Die Widrigkeiten von Technik und Wetter

Die Widrigkeiten von Technik und Wetter

Tag 6 - Frankreich: Um es kurz zu machen es wird kein guter Tag. Zum Frühstück muss ich eine 600er IBU nehmen und nach dem Frühstück feststellen, dass ich das Ladegerät für den Zigarettenanzünder samt Ladekabel für mein Ersthandy irgendwo liegen gelassen habe.


Beide Handys haben andere Anschlüsse. Keine schlechte Idee. Dachte ich. Aber ohne Ladegerät? Ja, ich hätte den Ladezustand kontrollieren sollen.

Richtig fies waren dann die nicht gerade in homöopathischen Dosen über den Tag verteilten Regenabschnitte, aber wenigstens bei immerhin 13 Grad.

Halt, geht noch weiter. Irgendwann ging das Benzin gegen "0". Auf den allerletzten Drücker und mit meinen brachialen Französischkenntnissen mir den Weg erfragend, konnte ich wenigstens dieses Problem lösen. Dann aber hängte sich das Navi in kleinen, feinen, unter die Haut gehenden Zeitabständen auf. Keine Ahnung warum. Lag vielleicht an einem defektem "Wegpunkt". Eine gefühlte Ewigkeit später und nach mehrmaligem Neustarts ging es dann wieder.

Und weil das natürlich noch nicht ausreichte, wusste ich bis kurz vor der Abenddämmerung noch nicht, ob meine Zimmerbuchung vom Morgen bestätigt worden war, weil ich zwischendurch kein Internet, geschweige denn funktionierende Handys hatte. In Morlaix, der nächst größeren Stadt, habe ich einen amerikanischen Imbiss ausfinden machen können. Dort ins Internet kommend erfuhr ich dann, dass ich noch keine Unterkunft hatte. Okay, das Internet, wenn man dann Zugang hat, kann einem da schon weiterhelfen. Nur blöd, dass das eigene Navi die Adresse nicht kennt. Also alles einprägen und los.

Obwohl die letzten 100 Meter zur Unterkunft ziemlich matschig waren und mich, wie bereits in anderen ähnlichen Situationen in den letzten Tagen zuvor, daran erinnerten, dass ich den Unfall in der Ukraine vom letzten Jahr ganz offenbar noch nicht ganz verarbeitet hatte, wurde ich aber durch die Unterkunft mit einem Schlag für den ganzen Tag entlohnt. Wäre die Wohnung nicht schon wieder belegt gewesen, hätte ich gerne noch eine weitere Nacht dort verbracht.

Trotz dieser Widrigkeiten habe ich, soweit man das im Regengrau, bzw. in den Abschnitten dazwischen überhaupt sagen konnte, natürlich auch etwas gesehen, führte mich mein Weg doch nicht selten auf schmalen Straßen direkt an der Küste entlang. Trotz des grauen Regenhimmels konnte man an der schroffen Felsküste erahnen, in welchen Smaragdfarbtönen das Meer, mit einem in manchen Regionen vorherrschenden Tidenhub von bis zu 16 Meter, bei Sonnenschein leuchten muss.

Die Klosterruine Abbaye de Beauport war leider geschlossen und so blieb mir nur ein kurzer Spaziergang auf einem, um das Kloster herum und entlang der unmittelbar angrenzenden Felsenküste führender Weg, den ich mir an diesem Sonntagvormittag mit zahlreichen Joggern teilte. An der Cote de Granit rosé habe ich mir aufgrund des Wetters nur das Maison du Gouffre, ein zwischen die Felsen gebautes Haus  angesehen. Andere Sehenswürdigkeiten,  wie das vom Meer umspülte "Schloss" Chateau Costaérès im Ploumanc`h und der "Zöllnerpfad" in der Nähe Perros-Guirec, der sich durch eine beeindruckende Kulisse aus rosa Granit auszeichnen soll, sind im wahrsten Sinn ins Wasser gefallen.

Abbaye de Beauport

Maison du Gouffre