Nowosibirsk ist wie ich anfangs befürchtet hatte doch kein Krasnojarsk 3.0. Erst 1893 gegründet, Krasnojarsk bereits schon 1628, leben heute in Nowosibirsk mehr als 1,6 Millionen Menschen womit Nowosibirsk die drittgrößte Stadt Russlands ist.
Mir reicht ein ganzer Tag in Nowosibirsk. Vieles ist von meiner zentralgelegenen Unterkunft innerhalb weniger Minuten gut zu erreichen.
Skyline vom Nowosibirsk
Bahnhof
Wartehalle
Opernhaus
Überall der gleiche Zustand
Es mag an meiner deutlich besseren Laune und damit an einem objektiveren Blick durch die eigene Brille liegen oder an den neuen Reifen. Drei Tage und damit einen Tag länger als gedacht dauerte der Aufenthalt in Tomsk da sich die Lieferung der Reifen verzögert hatte. Einen Satz "Heidenau" oder eine andere bekannte Marke zu bekommen ist im Grunde ausgeschlossen und die Hersteller die man im Shop führt waren mir gänzlich unbekannt oder mehr für den reinen Offroad-Einsatz gedacht. Einen Satz Reifen der Marke Mitas konnte ich bekommen. Mit Ölwechsel, Inspektion, Kette spannen, Bremsbeläge wechseln (Beläge hatte ich dabei) und sonstiger Service habe ich etwa 380 € bezahlt was ich nicht zu teuer finde. Ich hoffe jetzt nur, dass die Reifen es wenigstens bis in ein Euro-Land schaffen. Die alten Reifen waren mittlerweile so "eckig", dass das Motorrad fast von allein hätte stehen bleiben können. Da wurden manchmal nicht nur die durch die Trucks verursachten tiefen Spurrillen zu einer wackeligen Angelegenheit, erst recht bei Regen, sondern auch das Kurven fahren. Einzig auf Fahrbahnen mit gefrästen Längsrillen war die Auflagefläche etwas besser. Und dann sitzt man auf und fällt fast zur anderen Seite um, so leichtgängig ist die Seitenlage plötzlich wieder, machen sich die vollen Koffer wieder bemerkbarer, nimmt aber auch der Fahrspaß bald wieder Fahrt auf.

Mein eigentliches Ziel in oder besser bei Nowosibirsk sind die "Sibirischen Malediven". Ein See der wegen seines Türkis eine gewisse Berühmtheit erlangt hat. Baden könne man darin nicht, denn es seien Schlämme des nahen Kohlekraftwerks, das halte aber manche nicht davon ab Social Media wirksame Fotos am und auf dem "Wasser" zu machen. Leider war mir der Anblick nicht vergönnt, denn der See ist zwischenzeitlich trockengelegt worden.

Auf dem Weg nach Omsk mache ich einen Abstecher zu einem Salzsee etwa 50 km von der kasachischen Grenze entfernt. Ein Gleis führt in den See in dem Salz abgebaut wird. Die kleine Eisenbahn steht jedoch im Schuppen.

Der See wird auch "Erdbeer-Shake-Lake" genannt, weil an heißen Sommertagen Krebse für eine rosa Farbe des Salzsees sorgen. Der Sommer ist vorüber und heiß ist es mittlerweile auch nicht mehr, aber ein Hauch von rosa ist dennoch erkennbar.

Auf dem Weg nach Omsk bin ich froh auf 60 km russischer Nebenstraße wieder neue Reifen zu haben.
Lenin Avenue

Gebäude des FSB
Theater